TV-Duell – die Flyer der CDU und der SPD
Nach jedem TV-Duell ist klar, dass die Parteien kurz danach ihren eigenen Kandidaten als Sieger küren und auch Flyer erstellen, auf denen dies begründet wird.
So geschah es auch dieses Jahr.
Sowohl die SPD als auch die CDU haben mittlerweile einen Flyer fertiggestellt. Was aber finden wir auf diesen (verständlicherweise) parteiischen Papieren?
Die Union konzentriert sich nur auf zwei Schwerpunkte: Die Machtoption der SPD und die Steuerpolitik der CDU.
Die rote Socken-Kampagne, die mittlerweile zum Standard-Repertoire der Union gehört, möchte doch eigentlich niemand mehr hören. Die SPD hat klar gemacht, dass mit der Linken keine Regierung zustande kommen wird. Schwarz-Gelb aber wird das Land ruinieren. Daher gilt, diese Koalition zu verhindern und für eine möglichst starke Sozialdemokratie zu kämpfen.
Das rote-Socken Argument der Kanzlerin ist schwach und inhaltslos.
Frau Merkel wünscht sich eine nachhaltige Haushaltspolitik. Das ist schön, das wollen wir auch. Wie blanker Hohn wirkt es dann, dass sie gleichzeitig Steuersenkungen verspricht. Bei dem unglaublichen Schuldenberg, den Deuschland angehäuft hat, können wir uns Steuersenkungen einfach nicht leisten.
Mit Nachhaltigkeit hat eine solche Politik nichts zu tun.
Das Argument, Frank-Walter Steinmeier wolle Steuern erhöhen, trifft natürlich zu. Unsere Steuerpläne liegen klar auf dem Tisch. Wer 20.000 Euro im Monat verdient, soll 2% mehr Steuern zahlen, damit unser Bildungssystem besser ausgestattet wird.
Denn die einzigen und wichtigste Ressourcen, die wir in Deutschland haben, sind unsere Köpfe.
Der Flyer der SPD beginnt hingegen mit konkreten Forderungen:
- Wer einen Mindestlohn will, muss SPD wählen.
- Wer die Managergehälter begrenzen will, muss SPD wählen.
- Wer die Finanzmärkte kontrollieren will, muss SPD wählen.
- Wer den Atomausstieg will, muss SPD wählen.
- Wer ein solidarisches Gesundheitssystem will, muss SPD wählen.
Erst danach wird darauf eingegangen, was CDU und FDP anders machen würden.
Wir haben konkrete Argumente. Die SPD bietet eine reele Alternative zu dem Gehabe der Konservativen, die sich die neoliberalen Zustände vor der Finanzkrise zurückwünschen.
Die Flyer zeigen, dass es der SPD möglich ist, in diesem Wahlkampf mit Inhalten zu punkten, während die Union lediglich Verunglimpfungen auf ihre Flyer schreiben kann.