Jusos für gute Ausbildung im Friseurgewerbe- Mitbestimmung statt Druck!
Ein Tarifvertrag wird zwischen der zuständigen Gewerkschaft und Vertretern der Arbeitgeberseite geschlossen. Sie regeln das miteinander von ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, legen Gehälter, Zusatzzahlungen, Urlaub, spezielle Arbeitsrechte und- verpflichtungen fest. In Branchen oder Unternehmen in denen es keinen Tarifvertrag gibt, geht dies in der Regel stets zu lasten der Belegschaft.
So bekommt nun das Friseurhandwerk Schleswig- Holsteins ein Tarifvertrag. Ziel sei es laut Pinneberger Tageblatt, der “Billigkonkurrenz” den Kampf anzusagen. So weit logisch- wer wundert sich nicht wenn in einem Friseursalon 7 Angestellte stehen und der Haarschnitt 5€ kostet. Rentabel kann da niemand arbeiten, es sei denn man spart bei Lohn, Arbeitsmaterial und Ausstattung. So weit so gut.
Laut Presse soll jedoch auch die Ausbilungssituation angegangen werden. So kritisiert die Friseurinnung miese Ausbildungsumstände. Bis dahin sicher nazuvollziehen- von einem Betrieb, der seine Angestellten nicht angemessen entlohnt ist auch eine moderne Ausbildung zu erwarten. Im Ersten Moment also gut, die Ausbildungsbedingungen in solchen Betrieben anzugehen. Doch was sagt die Innung weiter: “Man werde deutlich mehr Prüflinge durchfallen lassen”. Ein Schuss in die völlig verkehrte Richtung. Anstatt die Unternehmen an die Kandare zu nehmen, müssen die ohnehin schon geplagten Auszubildenden ihre Nase hinhalten. Zwar werden von seiten der Beruffschulen und der Innung auch Lustlosigkeit in Puncto lernen bemängelt, doch wer kann es den jungen Menschen verübeln. Sie kommen in ein Unternehmen, bekommen eine geringe Ausbildungsvergütung, finden eine unmotivierte Belegschaft vor, haben zumindest im Ausbildungsbetrieb schlechte Perspektiven und einen schlechten ersten Eindruck vom Arbeitsleben. Diesen jungen Menschen mit der Androhung von Prüfungsdurchfall zu kommen, führt sicher nicht gerade zu einem mehr an Motivation.
Stattdesssen sollte man den Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre Umstände zu verbessern und sich über eventuelle Missstände austauschen zu können. In den Einrichtungen in denen eine Jugend- und Auszubildendenvertretung aufgrund der geringen Größe nicht möglich ist, müssen andere Wege der Beteiligung gefunden werden. Unter anderem sagt der DGB- Bildungsreport nämlich aus, dass dort, wo mehr Mitbestimmung ermöglicht wird, Motivation, Produktivität und erfolg für beide Seiten höher sind.
Darüber hinaus müssen die Betriebe über qualifiziertes Ausbildungspersonal verfügen und einen regelmäßigen Austausch mit der Berufsschule sicherstellen