Angesichts der jüngsten Berichterstattung zum Weltklimarat fordern die Jusos Pinneberg die Bundesregierung und die Abgeordneten der SPD im Bundestag auf, sich endlich mit Taten und nicht durch Worte zum Klimaschutz und zu Nachhaltigkeit zu bekennen. Die Warnungen und Entwicklungen zeigen einmal mehr, dass es fünf vor zwölf ist. Die aktuelle Politik der Bundesregierung erzeugt den Eindruck, als dass kurzfristiger wirtschaftlicher Erfolg wichtiger sei als eine langfristig lebenswerte Welt. Aktuell ist die Welt auf dem besten Weg, das Ziel von maximal 1,5 – 2 Grad Klimaerwärmung zu verfehlen. Selbst wenn die Zusagen des Klimavertrages von Paris eingehalten würden, würde die Klimaerwärmung vermutlich deutlich über 2 Grad Celsius liegen. Ein deutlich stärkerer Anstieg des Meeresspiegels als ein Meter sei dann kaum abwendbar.

„Der Klimawandel bedroht uns alle und ist mehr als nur ein kurzfristiges Wetterphänomen. Deutschland kann und muss als reiches Industrieland bei dieser Frage Vorbild sein“, fordert der Juso-Kreisvorsitzende Jannik Thiel. Wer von Generationengerechtigkeit rede, müsse dem Kampf gegen den Klimawandel höchste Priorität einräumen und Generationengerechtigkeit nicht nur als Thema in der Rentendiskussion benutzen, fügte er mit Blick auf CDU/CSU und FDP hinzu. „Viele Dinge wurden in der Vergangenheit ignoriert. Dazu gehört auch der Kohleausstieg. Ein Ausstieg aus der Kohleenergie muss früher als Ende der 2030er kommen“, ergänzt der stellvertretende Kreisvorsitzende Maximilian Krause in Hinblick auf das von der Kohlekommission anvisierte Zeitfenster von 2035 bis 2038. Sicher müsse man den Strukturwandel in den betroffenen Regionen gestalten, aber dies dürfte nicht dauernd als Ausrede dafür herhalten, dass man den Kohleausstieg auf den Sankt-Nimmerleinstag verschiebe.

Weitere Veränderungen fordern die Jusos im Bereich der Mobilität. Strenge Abgasvorschriften, wie sie am heutigen Dienstag in Brüssel diskutiert werden, sind nur ein Anfang. „Wir brauchen eine CO2-Steuer, damit Umweltverschmutzung teuer wird“, fordert die stellvertretende Kreisvorsitzende Victoria Kuzcka. Es müsse sich lohnen, umweltfreundlich zu reisen und zu konsumieren. Deshalb sollten insbesondere auch Luft- und Schifffahrt einen größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten, während auf der anderen Seite die Kosten für Bus und Bahn sowie nachhaltig produzierte Produkte sinken müssten.

Klimaschutz ist manchmal unangenehm und es gibt ihn mit Sicherheit nicht zum Nulltarif. Aufgabe der Politik, und gerade der Sozialdemokratie, ist es, ihn endlich anzugehen und darauf zu achten, dass er sozial möglichst gerecht sei. Klimaschutz und sozialen Ausgleich zu verbinden, bietet eine große Chance für die Sozialdemokratie, denn keine andere Partei ist dafür so gut geeignet.  Es braucht nur Mut in der Umsetzung.