Archiv für Februar 2010
Da dreht sich doch was!
Als ich vor ein paar Jahren das erste Mal in eine SPD Sitzung kam, hatte ich das Gefühl im Altersheim gelandet zu sein. Heute Abend saß ich in einer Fraktionssitzung und 1/3 der Anwesenden waren unter Dreißig. Allen Unkenrufen zum Trotz scheint sich etwas bei uns in der SPD zu bewegen. Die Situation in der wir uns befinden ist nicht fantastisch, aber immer mehr junge Menschen finden den Weg zu uns. 2009 sind über 10000 Junge Menschen in die SPD eingetreten – mehr als 50% der Neumitglieder der SPD.
Ich behaupte die Sozialdemokratie hat die Talsohle durchschritten. In den nächsten Monaten, eher Jahren, haben wir eine Menge zu tun, wenn wir aber den Generationswechsel schaffen – und danach sieht es aus – dann werden wir stark aus der Krise herauskommen -
als moderne solidarische Antwort auf die Egomanie in der Gesellschaft.
Hatten junge Menschen in der Vergangenheit vielleicht häufiger Probleme in der Partei aufgenommen zu werden, bessert sich die Einstellung der älteren Genossen in den letzten Jahren stätig. Sie erkennen langsam, dass Nachfolger für ihre Mandate und Ämter notwendig sind.
Jetzt kommt es darauf an, dass die jungen “Wilden” in der SPD den Sprung aus den Kommunalparlamenten in Landtag, Bundestag und Europaparlament schaffen. Junge Menschen haben häufig einen anderen Blick auf die Dinge, haben häufiger die Zukunft im Blick, also welche Auswirkungen die Entscheidungen in den Parlamenten in mehreren Jahrzehnten haben werden. Diese vorausschauende Sichtweise ist nötig in der Politik. Dadurch vertreten sie die Interessen ihrer Altersgenossen besser.
Wir stecken in Zeiten des Umbruchs und Kreativität und Einsatz sind gefragter denn je. Die Chancen direkt Einfluss zu nehmen war nie größer. Wir können etwas verändern, wenn unsere Generation sich auf ihre gemeinsamen Interessen besinnt.
…und die da haben mitgemacht.
Die CDU hat ihren Kandidaten durchbekommen. Olaf Stolz ist neuer Landrat und die Grünen haben mitgemacht.
Die Gründe sind ein wenig nebulös. „Man brauche einen Auswärtigen für den Job.“ Die Vorstellung im Kreistag und der Fraktion kann nicht den Ausschlag gegeben haben. Hier haben die beiden Mitbewerber ein deutlich besseres Bild abgegeben. Sie konnten zumindest ansatzweise mit dem aufwarten, was Stolz anscheinend vollkommen fehlt: Neue Ideen.
Was mag die Grünen geritten haben als sie sich in Stolz verguckt haben? Naive Einfältigkeit im Sinne von: Wir brauchen jemanden von außerhalb oder zeichnet sich so etwas wie ein Muster ab?
Hamburg und das Saarland sind der Beweis dafür, dass die Grünen gerne mal ihre Überzeugungen für Macht über den Haufen werfen. Aber auch im Kreis beweisen sie, dass sie da sind wenn Stimmen nötig sind. Sie haben dem Verkauf der Krankenhausgebäude zugestimmt und jetzt Steigbügel für den Wunschkandidaten unseres lokalen Hyper-Double-Income -Heirats-Stars Ole Schröder gespielt.
Planlosigkeit oder „Neigung zu Gestaltungsmöglichkeiten“?
Man bekommt den Eindruck die Atomkraft und NATO-Gegner von damals versuchen so krampfhaft zu beweisen, dass sie „regieren“ können, um „Heim“ in den Schoß der bürgerlichen Gesellschaft zu kommen.
Sie beweisen es immer häufiger. Nur die Frage ist wozu sie dann noch gut sind? Die Grünen haben massiv von den großen Koalitionen profitiert. Aber die Zeiten sind vorbei. Es wird sich zeigen, ob so eine Partei gebraucht wird. „Grün“ ist auch in der Union immer chicer. Für wen entscheidet man sich? Grüne Schwarze oder schwarze Grüne? Umweltschutz durch lokal erzeugte Produkte und Naherholung mit dem Fahrrad oder Förderung heimischer Produkte zur Erhaltung unserer deutschen Landschaften und am Wochenende eine zünftige Wanderung? Oder kommt die Christlich Ökologische Partei Deutschlands?
Aussagen wie „mit Verlaub Herr Präsident sie sind ein Arschloch!“ werden mir in den Parlamenten fehlen.